Landgut Raixa auf Mallorca

Landgut Raixa auf Mallorca - Exklusive Bilder und Videos

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Landgut Raixa - Mallorcas Kulturjuwel

Das Landgut Raixa - Mallorcas verborgenes Gartenparadies

Das herrschaftliche Flair von Raixa

Wer das imposante Eingangstor von Raixa durchschreitet, spürt sofort, dass dieser Ort eine ganz besondere Magie besitzt. Es ist nicht einfach nur ein altes Landgut, sondern ein neoklassizistischer Palast nach italienischem Vorbild, eingebettet in die raue Kulisse des Tramuntana-Gebirges. Kein Wunder, dass diese Kulisse schon für internationale Filmproduktionen wie den Agatha-Christie-Klassiker „Das Böse unter der Sonne“ genutzt wurde.

Das Anwesen verdankt seinen heutigen Glanz dem Kardinal Antoni Despuig, der das einstige maurische Gehöft Ende des 18. Jahrhunderts in ein Gesamtkunstwerk verwandelte. Das spürt man besonders im wunderschönen Innenhof (Clastra), der mit seiner traditionellen Ölmühle und dem mediterranen Charme den perfekten, ruhigen Einstieg für die Kamera bietet.

Die Geschichte von Raixa im Überblick

Die Ursprünge des Gutes reichen weit zurück in die maurische Epoche Mallorcas, als es als islamisches Gehöft unter dem Namen Araixa gegründet wurde. Nach der christlichen Rückeroberung der Insel im Jahr 1229 durch König Jakob I. wechselte das Anwesen mehrfach den Besitzer. Im Jahr 1522 wurde die Finca während der sozialen Aufstände der Germanías (Zunftaufstände) fast vollständig niedergebrannt, da die damaligen Eigentümer, die Familie Safortesa, loyal zur Krone standen.

Sein heutiges, weltberühmtes Gesicht verdankt Raixa jedoch der Familie Despuig, insbesondere dem kunstsinnigen Kardinal Antoni Despuig i Dameto. Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts transformierte er den Besitz nach italienischem Vorbild in einen prachtvollen, neoklassizistischen Palast und schuf terrassierte Gärten, die bis heute ihresgleichen suchen. Seit 2002 befindet sich das Anwesen in öffentlicher Hand und dient heute als offizielles Besucherzentrum für das UNESCO Welterbe Serra de Tramuntana. Die Chronik im Überblick:

Die maurischen Ursprünge (Vor 1229) Die Wurzeln des Gutes reichen weit zurück in die islamische Epoche Mallorcas. Es wurde als arabische Alquería (Gehöft) unter dem Namen Araixa gegründet und nutzte bereits damals die ausgeklügelten Bewässerungssysteme der Mauren. Die christliche Ära & Der große Brand (1229–1522) Nach der Rückeroberung der Insel durch König Jakob I. wechselte das Anwesen mehrfach den Besitzer. Während der sozialen Aufstände der Germanías (Zunftaufstände) im Jahr 1522 wurde die Finca von Rebellen fast vollständig niedergebrannt, da die Eigentümerfamilie Safortesa treu zur Krone stand. Die Blütezeit unter Kardinal Despuig (Ab Ende 18. Jh.) Sein heutiges, weltberühmtes Gesicht verdankt Raixa der Familie Despuig. Der kunstsinnige Kardinal Antoni Despuig i Dameto transformierte den Besitz nach italienischem Vorbild in einen prachtvollen, neoklassizistischen Palast und schuf die terrassierten Gärten. Der Weg in die Moderne (Seit 2002) Nach einer wechselvollen Geschichte im 20. Jahrhundert erwarben die öffentliche Hand und die spanische Zentralregierung das Gut im Jahr 2002. Heute dient es als offizielles Besucherzentrum für das UNESCO-Welterbe Serra de Tramuntana.

Allgemeine Besucher Infos

Eintritt & Audioguide Der Zugang zum gesamten Landgut ist komplett kostenlos. Am Eingang erhalten Sie zudem einen gratis Audioguide (auch auf Deutsch). Wir haben bei jedem Besuch freiwillig eine kleine Spende zum Erhalt dieses Anwesens geleistet. Das tut nicht weh, hilft aber, solche einmaligen Kulturgüter zu erhalten. Öffnungszeiten Das Gut ist ausschließlich von Dienstag bis Samstag zwischen 10:00 und 15:00 Uhr geöffnet. Sonntags, montags und an Feiertagen bleibt das Tor geschlossen. Wichtige Ausrüstung Ziehen Sie unbedingt festes Schuhwerk an! Die wunderschönen Außenanlagen und Gärten ziehen sich steil bis zum Berggipfel hinauf. Die historischen Stufen und Pfade sind uneben und erfordern Trittsicherheit. Verpflegung Packen Sie ausreichend Wasser und Proviant ein. Es gibt auf dem gesamten Gelände keinerlei Gastronomie, keinen Kiosk und keine Einkaufsmöglichkeiten. Anfahrt & Parken (Wichtiger Fahrtipp) Am einfachsten reisen Sie mit dem Auto über die Ma-11 an (Kilometer 12,2). Der Fußweg von der Bushaltestelle Raixa (an der Ma-11) ist rund 3,5 Kilometer lang, unschattiert und führt über unbefestigte Wege, was besonders in der mallorquinischen Sonne alles andere als bequem ist.

Achtung bei der Navigation: Wenn Sie aus Richtung Palma kommend in Fahrtrichtung Sóller-Tunnel unterwegs sind, kommt auf der Höhe der Abfahrt zu Raixa ein kleiner Kreisverkehr. Hier dürfen Sie nicht direkt nach links quer über die Gegenspur ziehen. Sie müssen zuerst rechts abbiegen, um sich über die dortige Schleife richtig in die Fahrtrichtung nach Raixa einzuordnen.

Vom Abzweig führt eine unbefestigte, staubige und sehr holprige Zufahrt direkt zu einem großen, kostenlosen Parkplatz vor dem Eingangstor.

Die besten Fotomotive von Raixa

Raixa ist ein Paradies für alle, die Ästhetik und Symmetrie lieben. Eigentlich ist die Komplette Anlage von Raixa ein komplettes Fotomotiv, dennoch möchte ich zwei besondere Highlights hervor heben: Das monumentale Meisterwerk Das Herzstück und unbestrittene Highlight für jede Kamera ist die monumentale Freitreppe, die dem Gott Apoll gewidmet ist. Sie windet sich majestätisch nach oben, flankiert von klassischen Statuen und Säulen. Hier lohnt es sich, mit der Perspektive zu spielen – von unten fotografiert wirkt die Treppe fast endlos und unglaublich erhaben. Das Spiegelspiel des Safareig Gleich nebenan liegt das gigantische, 82 Meter lange Wasserbecken. Wenn der Wind am Morgen ruht, verwandelt sich die Wasseroberfläche in einen riesigen Spiegel, in dem sich die umliegenden Berge und die historischen Gemäuer perfekt verdoppeln – ein Traum für stimmungsvolle Spiegelungs-Aufnahmen.

Bilder Galerie

Aussichtsplattform an der Balustrade
Aussichtsplattform an der Balustrade Das Bild zeigt den Blick von der oberen Aussichtsplattform an der Balustrade hinab, wo der Tisch und die Stühle für eine Rast bereitstehen.
Der markante neuromanische Rundturm
Der markante neuromanische Rundturm Dieses Bild zeigt den markanten neuromanische Rundturm (oft auch Sa Talaia genannt), der ebenfalls als Aussichtspunkt in das Tal dient.
Der lange weiße Durchgangssaal
Der lange weiße Durchgangssaal Einer der Haupt- und Durchgangssäle im Obergeschoss des Herrenhauses, der heute als Teil des Centre Serra de Tramuntana genutzt wird.
Das herrschaftliche Speisezimmer
Das herrschaftliche Speisezimmer Das Bild zeigt das repräsentative, historische Esszimmer der Adelsfamilie Despuig. Dieser Raum vermittelt perfekt den luxuriösen Lebensstil.
Traditioneller hölzerner Esstisch
Ein traditioneller hölzerner Esstisch Dieses Bild zeigt einen traditionellen hölzernen Esstisch, der mit historischem Tongeschirr, Krügen und lokalen Früchten gedeckt ist.
Künstliche Ruine im neugotischen Stil
Künstliche Ruine im neugotischen Stil Das ist eine künstliche Ruine im neugotischen Stil, die auch als „Häuschen der Einsiedelei“ (L’Ermita) oder „Puppenhaus“ bezeichnet wird.
Klassizistische Aussichtspavillon von Raixa
Klassizistische Aussichtspavillon von Raixa Der Pavillon wurde im antiken Tempelstil mit Säulen und einem typischen Dreiecksgiebel (Tympanon) direkt auf den Felsen gesetzt.
Neoklassizistische Freitreppe
Neoklassizistische Freitreppe Dieses Bild zeigt die imposante, neoklassizistische Freitreppe des Landgutes Raixa in ihrer vollen Pracht zur Statue des Gottes Apoll.


Video Galerie

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Video vom Gartenpavilon
Angekommen am Gartenpavilon Hier kommen wir bei dem Gartenpavilon mit seinen bunten Glasfenstern an. Natürlich werfen wir auch einen Blick hinein und zeigen Euch die spektakuläre Aussicht.
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Video vom Aufstieg zum Gartenpavilon
Aufstieg zum Gartenpavilon Dieses Video zeigt Euch den Aufstieg zum Gartenpavilon auf dem Berg. Hier seht Ihr schon die atemberaubende aussicht über das Tal und die gegenüberliegenden Berge.
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Video vom Aufstieg zur künstlichen Ruine
Aufstieg zur künstlichen Ruine In diesem Video seht Ihr, wie wir den weiteren Aufstieg zum Gipfel wagen. Ihr seht wie unwegsam das Gelände ist und vermittelt schon mal ein bischen das Gelände.
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Video vom Blick auf das Langut Raixa
Blick von oben auf das Langut Raixa In diesem Video seht Ihr uns auf der Terasse oberhalb des Landgutes, am Beginn der Treppe zur Apol Statue sind. Und ein kleiner Schwenk über das Landgut Raixa.
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Video Eingangsbereich mit historischen Möbeln
Eingangsbereich mit historischen Möbeln Jetzt sind wir im Inneren des Landgut Raixa, im Eingangsbereich. Dieses Video zeigt einen der langen Durchgangssäle und wir werfen einen Blick in ein Nebenzimmer.
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Video vom Spaziergang durch die Gartenanlage
Spaziergang durch die Gartenanlage In diesem Video machen wir einen kleinen Spaziergang durch die weiträumige Gartenanlage und gehen über die Terasse, vorbei am künstlichen Wasserspeicher.
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Video vom Hof des Langutes Raixa
Der Hof des Langutes Raixa In diesem Video machen wir einen Rundgang durch das Gelände hinter dem Haupthaus, im Hof. Dabei inspizieren wir natürlich auch das Innere der verschiedenen Gebäude.
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Statue des Gottes Apoll
Statue des Gottes Apoll In diesem Video seht Ihr kurz die Einblendung der Staue des Gottes Apoll und ein Stück der Treppe die zur Staue hinauf führt. Der Zugang zur Statue erfolgt weiter oben.
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Terassenanlage oberhalb des Landgutes
Terassenanlage oberhalb des Landgutes Hier seht Ihr ein Video, was die Terassenanlage oberhalb des Landgutes Raixa zeigt. Wir gehen da ein Stück und steuern auf die künstlich angelgte Ruine zu.
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Zugang zum Landgut Raixa
Zugang zum Landgut Raixa In diesem Video zeigen wir Euch den Zugang zum Landgut Raixa und den weitläufigen Gartenanlagen mit seinen Obstbäumen wie z. B. die Orangenbäume am Fuss der Anlage.


Die ausführliche Chronik von Raixa

Vom maurischen Gehöft zum UNESCO Zentrum. Die Geschichte von Raixa ist ein Spiegelbild der gesamten Historie Mallorcas. Hinter den heutigen, eleganten Fassaden verbergen sich Jahrhunderte voller Machtwechsel, Zerstörung, Kunstsinn und politischer Umbrüche. Wer das Gut verstehen will, muss seine vier großen Epochen kennen.

Ein Besuch in Raixa wäre nicht vollständig ohne den Rundgang durch das Herrenhaus, welches seit einigen Jahren als offizielles Besucherzentrum für das UNESCO-Welterbe Serra de Tramuntana fungiert. Die interaktive Ausstellung ist hervorragend aufbereitet und erklärt anschaulich, wie die Menschen über Jahrhunderte hinweg in Einklang mit der rauen Gebirgsnatur gelebt haben.

Hier erfahren Urlauber alles über das ausgeklügelte historische Wassersystem der Insel (die sogenannten Pedra en Sec / Trockensteinmauern und Kanäle), die traditionelle Olivenöl-Produktion und die Tierwelt der Tramuntana. Besonders sehenswert im Erdgeschoss ist die perfekt restaurierte, historische Ölmühle (Tafona), die eindrucksvoll zeigt, dass Raixa trotz all seines Prunkes und des kardinalen Luxus im Herzen immer auch ein funktionierendes, autarkes mallorquinisches Landgut war.

Das Erbe von Araixa - Die maurischen Wurzeln

Die Wiege des Landgutes liegt in der Epoche der maurischen Herrschaft über Mallorca (vom 10. bis zum frühen 13. Jahrhundert). Islamische Siedler erkannten schnell das enorme Potenzial des wasserreichen Tals am Fuße der Tramuntana. Sie gründeten hier eine sogenannte Alquería – ein autarkes, landwirtschaftliches Gehöft – und gaben ihm den Namen Araixa.

Das größte Vermächtnis dieser Zeit, das bis heute die Basis für die Pracht des Gutes bildet, ist das ausgeklügelte Bewässerungssystem. Die Mauren verstanden es meisterhaft, das Quellwasser aus den Bergen über raffinierte Kanäle, Auffangbecken und Gefälle umzuleiten. Ohne diese maurische Vorarbeit hätte Kardinal Despuig Jahrhunderte später niemals seine monumentalen Ziergärten anlegen können.

Die christliche Eroberung und das Blutbad der Germanías (1229–1522)

Mit der Eroberung Mallorcas im Jahr 1229 durch König Jakob I. von Aragón änderte sich alles. Die maurischen Besitzer wurden vertrieben, und der König teilte das Land unter seinen treuen Rittern auf. Raixa ging zunächst an den Grafen von Ampurias und wechselte in den folgenden Jahrhunderten mehrfach den Besitzer, darunter die einflussreichen Familien Sureda und Safortesa.

Das dunkelste Kapitel der Finca spielte sich im Jahr 1522 ab. Während der sogenannten Germanías-Aufstände (einer gewaltsamen Revolte der mallorquinischen Handwerker- und Bauernzünfte gegen den Adel und die Krone) geriet Raixa mitten in die Schusslinie. Da die damaligen Eigentümer, die Familie Safortesa, bedingungslos treu zum Vizekönig standen, wurde das Landgut von den wütenden Rebellen gestürmt, geplündert und fast vollständig niedergebrannt. Nur wenige gotische Fundamente und Steinbögen überstanden dieses Inferno. Nach Niederschlagung des Aufstands wurde das Gut im traditionell mallorquinischen Finca-Stil wieder aufgebaut – robuster und wehrhafter als zuvor.

Das goldene Zeitalter - Kardinal Despuig und der italienische Geist

Im Jahr 1660 erwarb die Familie Despuig das Anwesen, doch erst über ein Jahrhundert später schlug die eigentliche Geburtsstunde des heutigen Raixa. Ende des 18. Jahrhunderts übernahm Kardinal Antoni Despuig i Dameto (1745–1813) das Zepter. Despuig war kein gewöhnlicher Kirchenmann, sondern ein hochgebildeter Mann der Aufklärung, Kunstmäzen und passionierter Archäologe.

Während seiner langen Aufenthalte in Rom leitete er eigene Ausgrabungen auf dem Gelände der antiken Stadt Tusculum. Die dort entdeckten römischen Skulpturen, kostbaren Marmorbüsten und antiken Inschriften ließ er in Kisten verpacken und per Schiff nach Mallorca bringen. Raixa sollte ihr neuer, standesgemäßer Rahmen werden.

Gemeinsam mit dem italienischen Architekten Giovanni Lazzarini transformierte er die wehrhafte mallorquinische Finca in einen neoklassizistischen Palast nach dem Vorbild römischer Villen. Er ließ die berühmte, filigrane Loggia mit ihren Rundbögen errichten, entwarf die monumentale Apoll-Freitreppe und legte das gigantische, 82 Meter lange Wasserbecken an. Raixa wurde zum ersten echten Privatmuseum der Insel und zum Treffpunkt für Künstler und Intellektuelle aus ganz Europa.

Niedergang und die Rettung als UNESCO Welterbe

Nach dem Tod des Kardinals im Jahr 1813 begann im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts der langsame Niedergang der Pracht. Die immensen Kosten für den Erhalt des riesigen Anwesens belasteten die Familie Despuig schwer. Ein Großteil der wertvollen antiken Kunstsammlung musste verkauft werden – sie befindet sich heute glücklicherweise im Besitz der Stadt Palma und kann im Castell de Bellver besichtigt werden.

Im Jahr 1910 erwarb der reiche mallorquinische Unternehmer Antoni Jaume das Gut, bevor es schließlich im Jahr 2002 durch die öffentliche Hand (die Inselregierung von Mallorca und das spanische Umweltministerium) für rund 8,4 Millionen Euro gekauft wurde. Nach jahrelanger, millimetergenauer Restaurierung wurde Raixa als Besucherzentrum für das UNESCO-Welterbe Serra de Tramuntana neu eröffnet. Heute erzählt das Gut nicht mehr nur seine eigene Geschichte, sondern dient als lebendiges Schaufenster für die jahrhundertealte Kulturlandschaft der gesamten Bergkette.

Der herrschaftliche Charme - Ein Palast im Wandel der Jahrhunderte

Wer die von Zypressen gesäumte Allee des Landgutes Raixa beschreitet, begibt sich auf eine archäologische Zeitreise. Trotz der umfassenden Umbauten im Stil des Klassizismus haben sich im Kern des Herrenhauses faszinierende Fragmente aus älteren Epochen erhalten. So zeugen die gotischen Kreuzgewölben im Bereich der Kapelle sowie die wuchtigen Eingangsbögen des zentralen Stein-Innenhofs (Clastra) von der tiefen Verwurzelung des Anwesens im mallorquinischen Mittelalter. Bei den jüngsten, aufwendigen Restaurierungsarbeiten stießen Denkmalschützer im Hauptsaal sogar auf Brandspuren an einem gotischen Fenster – ein stummer Zeuge des verheerenden Angriffs aus dem Jahr 1522.

Der wahre Mastermind hinter dem heutigen Prachtbau war jedoch Kardinal Antoni Despuig. Als Mann der Aufklärung und passionierter Sammler verbrachte er viel Zeit in Rom, leitete dort eigene archäologische Ausgrabungen und brachte unzählige antike Skulpturen, Marmorbüsten und Kunstschätze mit nach Mallorca. Er wandelte Raixa in ein privates Museum um. Auch wenn ein Großteil dieser Sammlung nach seinem Tod verkauft wurde und die verbliebenen Originale heute im Castell de Bellver in Palma zu bewundern sind, atmet die Architektur in Bunyola noch immer diesen noblen, italienischen Geist. Besonders eindrucksvoll zeigt sich dies an der filigranen Loggia aus dem Jahr 1808, die dem Hauptgebäude vorgelagert ist und einen atemberaubenden Blick auf die südlichen Gärten freigibt.

Die terrassierten Gärten - Der Aufstieg zum Panorama Pavillon

Wer den Schnellen Check beherzigt und festes Schuhwerk gewählt hat, sollte sich den Weg in die oberen Gartenanlagen keinesfalls entgehen lassen. Die Gärten von Raixa sind in einen unteren und einen oberen Bereich unterteilt. Während unten der traditionelle Orangengarten und schattige Säulengänge dominieren, fordert der obere Teil etwas Kondition.

Der Pfad führt vorbei an künstlich angelegten Grotten, historischen Wasserspielen, kleinen Einsiedeleien und einem neugotischen Puppenhaus. Schritt für Schritt windet sich der Weg durch mediterrane Haine nach oben, bis man schließlich den neuromanischen Aussichtspavillon auf dem Gipfel des Hügels erreicht. Von diesem Aussichtspunkt bietet sich ein grandioser Panoramablick, der über das gesamte Tal von Bunyola bis hin zur Bucht von Palma reicht. Da der Aufstieg von den meisten Bustouristen gemieden wird, genießt man hier oben eine absolute, fast andächtige Stille inmitten der Natur – perfekt, um abseits der Massen durchzuatmen.

Veröffentlicht am: von Jens Seyfert

Über den Autor

Jens Seyfert - Gründer von urlaubsgigant.de
Jens Seyfert Gründer von urlaubsgigant.de | CNC-Dreher & Reise-Enthusiast

Gekaufte Stockfotos oder zusammengewürfelte Berichte vom Schreibtisch aus gibt es hier nicht. Ich betreibe dieses Portal nebenbei aus reinem Spaß an der Freude und teile hier ausschließlich meine persönlichen Urlaubserfahrungen. Wenn ich nicht gerade im Hauptberuf als CNC-Dreher an den Maschinen stehe, zieht es mich in die Welt hinaus. Alle Berichte, Fotos und Videos auf dieser Seite habe ich vor Ort selbst gemacht – für ehrliche Insider Tipps aus erster Hand.

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